Am Nachmittag des 29. März 1945 verließen 400 bis 450 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter den Ort Deutsch Schützen. In den Wochen zuvor hatten sie dort am Südostwall geschanzt. Erstes Ziel ihres Evakuierungsmarsches war Hartberg. Drei SS-Soldaten und einige HJ-Burschen begleiteten sie als Wache. P1040974JabingkleinDie erste Nacht verbrachten die Ungarn auf freiem Feld bei Jabing. Früh am nächsten Morgen brach der Evakuierungstransport wieder auf, aber schon kurz hinter Jabing blieb ein ungarisch-jüdischer Zwangsarbeiter erschöpft hinter den anderen zurück. SS-Unterscharführer Adolf Storms erschoß den Juden etwa 100 Meter seitlich des Weges mit seiner Pistole. Anschließend verscharrten zwei HJ-Angehörige die Leiche notdürftig.

 

Quellen:

Wiener Stadt- und Landesarchiv, Landesgericht Wien Vg 8 Vr 661/55 gegen Dobesberger, Weber, Storms, Aldrian u.a., Vernehmung des Beschuldigten Bundschuh, S. 56ff.

Eleonore Lappin-Eppel. Ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Österreich 1944/45. Arbeitseinsatz – Todesmärsche – Folgen. Wien, Berlin 2010, S. 320.

Walter Manoschek. „Dann bin ich ja ein Mörder!“ Adolf Storms und das Massaker an Juden in Deutsch-Schützen. Göttingen 2015, S. 95 – 97.